TRAININGSANWEISUNGEN

Ausführlicher Kurs

Einleitung

Der ausführliche Kurs wurde als Teil einer kontinuierlichen Ausbildung entwickelt. Themen in diesem Teil des Ausbildungsprogramms sind:

  • Hintergrund
  • Risikofaktoren
  • Ausbildung und Wahrnahmung
  • Instrumente zur Risikobeurteilung
  • VND-Risiko managen
  • Take home Botschaften
  • Referenzen

Hintergrund

Das Risikolevel basiert auf einer Kombination aus der Zunahme der Häufigkeit und der Schwere der Ereignisse.

Frequenz

Zur Frequenz des VND gibt es eine uneinheitliche Datenlage. Das tatsächliche Vorkommen ist nicht genau bekannt.

Eine transparente Unternehmenskultur, frei von Schuldzuweisungen fehlt vielfach. Es braucht den Willen, alle Ereignisse eines VND zu melden. Die derzeitigen Schätzungen verkennen das wahre Problem.

Zusammenfassend – VND-Ereignisse treten relativ sporadisch auf
Wie auch immer:

  • Die meisten Pflegefachpersonen müssen mit einem oder mehreren Ereignissen in ihrem Berufsleben umgehen.
  • Die Auffassung, dass das VND sporadisch auftritt, kann Sorglosigkeit hervorrufen und das Risiko erhöhen.

Schwere

VND kann tödlich verlaufen und tötet:

  • 10-33% Mortalitätsrate (Sandroni, 08)

zusätzliche Komplikationen:

  • Krankenhausaufenthalt
  • Bluttransfusion nötig
  • Tod indirekte

Komplikationen:

  • psychische Leiden
  • Zurückhaltung, sich mit Heim-Hämodialyse, nächtlicher Hämodialyse oder anderen, potentiell isolierenden Methoden, zu behandeln

Zusammenfassend – Risiko und Konsequenzen eines VND sind extrem ernst zu nehmen.

Risikofaktoren

Es gibt eine Reihe von beeinflussbaren Risikofaktoren. Sie lassen sich in patientenbezogene Faktoren und einrichtungsabhängige Risikofaktoren unterscheiden.

Risikofaktoren: patientenbezogen

  • Gefäßzugangsseite abgedeckt
  • Patienten, denen kalt ist
  • kulturelle Gründe
  • Patienten, die nicht in der Lage sind, ein VND zu erkennen
  • schlafende Patienten
  • Patienten mit kognitiven Einschränkungen oder Patienten, die durcheinander sind
  • Patienten, die stark schwitzen oder eine Stichkanalblutung haben
  • Heim-Hämodialysepatienten, die alleine sind
  • unruhige Patienten oder mit Neigung zu unvorhergesehenen Reaktionen, einschließlich Krämpfe und intradialytischer Hypotonie

Risikofaktoren: einrichtungsabhängig

  • geringer Personalschlüssel
  • schlechte Fixierung der Nadeln
  • unangemessenes venöses Druckfenster
  • Fehlalarme durch Materialermüdung
  • schlechte Beleuchtung, eingeschränkte Sicht auf die Behandlungsplätze

Ausbildung und Wahrnehmumg

Ausbildung und das Problembewußtsein sind die bedeutendsten Werkzeuge im Umgang mit dem Risiko VND.

Ausgebildet werden sollte Personal, das direkt am Patienten arbeitet, Kontakt hat zu Angehörigen und Beteuern.

Die Ausbildung sollte periodisch aufgefrischt werden.

Das Problembewußtsein kann durch die Nutzung von Postern, Checklisten und kontinuierliche Ausbildung geschärft werden.

Instrument für die Risikobewertung

Ein offizielles Instrument für die Risikobewertung wurde entwickelt, um das Personal bei der Entscheidung zur Bewertung des individuellen Risikolevels eines Patienten zu unterstützen. Mache deinen eigenen Test.

Du findet ihn unter dem Stichwort Risikomanagement.

Schritt 1 – Sicherung der Nadeln

Dialyseeinrichtunge sollten ein einheitliches Vorgehen zum Verkleben der Nadeln und Sichern der Blutschläuche haben.

Die Butterfly- oder Winkeltechnik ist sicher.

Blutschlauchleitungen sollten locker in einer Schlinge gelegt werden und es dem Patienten erlauben, sich zu bewegen.

Müssen Nadeln neu positioniert werden, sind alle Pflasterstreifen zu erneuern.

Van Waeleghem, 2008

Schritt 2 – Venöser Druckalarm

Die venöse Drucküberwachung alleine ist nicht ausreichend dazu geeignet, ein VND zu erkennen. Darauf sollte nicht ausschließlich vertraut werden.

Bei einem VND wird der venöse Druck gegenüber dem Fisteldruck um 30 mmHg, oft nur um 20 mmHg fallen.

  • Differiert die untere Alarmgrenze mehr als 20 mmHg vom tatsächlichen Druck, wird ein VND nicht mehr sicher erkannt.
  • Ist die Alarmgrenze zu nah am tatsächlichen Druck, kommt es zu Fehlalarmen.

Ribitsch, 2014

Schritt 3 – Blutleckdetektoren

Patienten, die als Hochrisikopatienten gelten, können von einem Blutleckdetektor profitieren.

Dieses Gerät kann am oder in unmittelbarer Näheder Punktionsstellen plaziert werden und löst bei Kontakt mit Blut einen Alarm aus.

Take home Botschaften

VND bei Hämodialysetherapie ist real und mit schweren Komplikationen verbunden.

Die Meldung von Ereignissen und eine schuldzuweisungsfreie Unternahmenskultur fördert ein bessere Verständnis für das VND und ermöglicht die Forschung auf diesem Gebiet.

Ausbildung und das Problembewußtsein sind die Schlüssel für die Minimierung des Risikos eines VND.

Risikobeurteilung kann Patienten herausfiltern, die von einer besonderen Überwachung oder vom Einsatz eines Blutleckdetektors profitieren.

Referenzen

  • Van Waeleghem JP, Chamney M, Lindley EJ, Pancírová J. Venous needle dislodgement: how to minimise the risks. J Ren Care. 2008 Dec;34(4):163-8
  • Ribitsch W, Schilcher G, Hafner-Giessauf H, Krisper P, Horina JH, Rosenkranz AR, Schneditz D. Prevalence of detectable venous pressure drops expected with venous needle dislodgement. Semin Dial. 2014 Sep-Oct;27(5):507-11
  • Sandroni, S., Sherockman, T., & Hayes-Light, K. Catastrophic hemorrhage from venous needle dislodgement during hemodialysis: Continued risk of avoidable death and progress toward a solution. JASN. 2008 19 (Abstract issue), 891A